Was ist eigentlich Disaggregation und wie funktioniert es?

Uns erreichen immer wieder Nachfragen rund um die Disaggregation – Wie funktioniert das eigentlich? Warum werden nicht alle Geräte erkannt? Kann ich selbst den Algorithmus trainieren?

Hier haben wir für euch ein paar genauere Informationen zum Thema Disaggregation zusammengetragen und beantworten euch die häufigsten Fragen.

Was ist Disaggregation

Disaggregation bezeichnet grundsätzlich die Aufschlüsselung von statistischen jeglicher Art nach bestimmten Merkmalen. In unserem Fall bedeutet Disaggregation, dass wir deine Gesamtverbrauchsdaten aufschlüsseln und in kleinere Einheiten – den Verbrauch einzelner Haushaltsgeräte – zerlegen.

Wie funktioniert Dissaggregation bei Fresh Energy & Bidgely

Für die Disaggregation arbeiten wir mit unserem Partner Bidgely zusammen. Bidgely ist der weltweit führende Anbieter für Disaggregationstechnologie im Energiebereich.

Fresh Energy App mit Disaggregation
Fresh Energy App mit Disaggregation

Die Disaggregation ist im Endeffekt ein Algorithmus. Ein Algorithmus ist ein Stück Software, das auf Basis von Input einen bestimmten Output generiert. In unserem Fall nutzt der Algorithmus die Daten zu deinem Stromverbrauch als Input. Diesen Input verwandelt er in Daten zum Verbrauch einzelner Haushaltsgeräte. Das Besondere hierbei ist, dass der Algorithmus dabei “dazulernt” und immer besser wird – dies wird maschinelles Lernen genannt.

Als Input für die Disaggregation dienen deine Verbrauchsdaten. Genauer gesagt erfasst dein Smart Meter jede Sekunde deinen Zählerstand und übermittelt diesen zusammen mit dem Messzeitpunkt an uns. Diese Daten ergeben dann eine sehr granulare Verbrauchskurve deines Haushalts. Zusätzlich zu deinen Verbrauchsdaten nutzen wir Annahmen über typische Verbrauchsmuster einzelner Haushaltsgeräte als Input für die Disaggregation. Ein Kühlschrank zum Beispiel verbraucht in regelmäßigen Abständen relativ wenig Strom, ein Backofen einmal am Tag relativ viel Strom.

Der Output des Algorithmus’ sind Daten zu den Verbräuchen einzelner Haushaltsgeräte. Dies ist die Grundlage für die Übersicht zu Verbrauch und Kosten einzelner Haushaltsgeräte, die ihr in eurer App findet.

Wie gut ist die Disaggregation im Moment?

Die Disaggregation funktioniert mit einigen Ausnahmen gut. Nahezu alle Geräte, die vom Algorithmus erkannt werden, werden korrekt erkannt (ein Kühlschrank ist also tatsächlich immer ein Kühlschrank). Die beiden Herausforderungen sind 1) möglichst viele Geräte zu erkennen und 2) für alle Geräte den korrekten Verbrauch zuzuordnen. Wir erkennen mittlerweile alle wesentlichen Großverbraucher in einem deutschen Haushalt und haben eine relativ hohe Genauigkeit erreicht.

Was ist nötig für Disaggregation?

Damit die Disaggregation gut funktioniert sind qualitativ hochwertige Verbrauchsdaten extrem wichtig. Denn diese sind der wesentliche Input und damit die Grundlage für den Algorithmus. Zudem benötigen wir eine möglichst große Datenbank mit Verbrauchsmustern einzelner Geräte, um den Algorithmus zu trainieren und zu verbessern.

Welche Geräte werden am besten erkannt?

Besonders geeignet für eine gute Disaggregation sind Geräte, die:

  • ein sehr charakteristisches Verbrauchsmuster haben wie beispielsweise die Waschmaschine oder der Backofen. Diese Geräte kann der Algorithmus aufgrund der Einzigartigkeit gut von anderen Geräten unterscheiden.
  • immer angeschlossen sind wie beispielsweise der Kühlschrank. Der Algorithmus hat entsprechende Information über dieses “Grundrauschen” und kann es so identifizieren.
  • regelmäßig zu bestimmten Zeiten laufen wie die Beleuchtung oder der Durchlauferhitzer. Auch hier hat der Algorithmus Informationen zu den typischen Zeitpunkten und Nutzungsmustern.

Wie ihr erkennen könnt, weisen alle Geräte in eurer Übersicht eines dieser Merkmale auf. Diese sind daher relativ gut zu erkennen. Jedoch gibt es auch eine Vielzahl an Geräten, die nicht in der Übersicht in eurer App auftauchen. Der Grund dafür ist schlichtweg, dass die Erkennung eines Geräteverbrauchs ohne Sensoren sehr komplex ist und bestimmte Faktoren die Erkennung zusätzlich erschweren.

Was macht Disaggregation so komplex?

Eine Vielzahl von Faktoren macht die Disaggregation komplex:

  1. Die große Vielzahl an Gerätemodellen und einstellbaren Programmen. Dies führt dazu, dass es nicht ein eindeutiges Verbrauchsmuster für ein Haushaltsgerät gibt. Ein Kühlschrank kann zum Beispiel 60L oder 350L Fassungsvermögen haben, ein Gefrierfach oder auch keins haben oder ein oder zwei Kompressoren haben. Das wirkt sich natürlich alles auf das Verbrauchsmuster aus.
  2. Die gleichzeitige Nutzung von vielen Haushaltsgeräten – vor allem in Mehrpersonenhaushalten – erschwert die Erkennung einzelner Geräte. Ähnlich wie bei einem Konzert fällt es auch dem Algorithmus schwer, den Verbrauch der Spülmaschine zu erkennen, wenn nebenbei noch der Backofen, der Trockner und die Waschmaschine laufen.
  3. Eine weitere Herausforderung, warum nicht alle Geräte bei euch zuhause erkannt werden, ist die Ähnlichkeit vieler Geräte. Lampen, Fernseher oder Computer haben sehr ähnliche und gleichmäßige Verbrauchsmuster. Dadurch sind sie natürlich schwierig voneinander zu unterscheiden.
  4. Eine letzte Herausforderung sind “exotische” Haushaltsgeräte, die der Algorithmus nicht kennt. Hierzu gehören Wasserpumpen, Elektroautos, etc. Für jedes Gerät muss ein Verbrauchsmuster hinterlegt und dem Algorithmus antrainiert werden. Das nimmt natürlich viel Zeit und Aufwand in Anspruch.

Die Auflistung dieser Punkte beantwortet die Frage, warum der Algorithmus nicht alle Geräte erkennt und warum es teilweise zu Schwierigkeiten bei der Genauigkeit kommen kann. Wir sind jedoch hier noch ganz am Anfang der Entwicklung und werden in naher Zukunft deutliche Verbesserungen sehen – sowohl was die Genauigkeit als auch die Anzahl an erkannten Geräten angeht.

Warum kann ich nicht selbst den Algorithmus trainieren?

Der Algorithmus ist dafür konzipiert bei möglichst vielen verschiedenen Haushalten möglichst gut zu funktionieren. Die Anpassung an einzelne Haushalte würde wesentliche Eingriffe in den Algorithmus bedeuten und einen hohen Entwicklungsaufwand erfordern. Die Verbesserungen würden jedoch nur einzelnen Haushalten zugute kommen. Daher fokussieren wir uns stärker auf allgemeine Verbesserungen des Algorithmus. Um dies zu erreichen, werden wir in Zukunft gegebenenfalls einzelne Haushalte identifizieren, mit denen wir den Algorithmus punktuell trainieren werden.

Woran arbeiten wir gerade?

Da die Verbesserung des Algorithmus’ sehr komplex und aufwendig ist, können wir leider nicht an allen Sachen gleichzeitig arbeiten. Es gibt aber drei Bereiche, an denen wir momentan verstärkt arbeiten:

  • Erkennung des Kühlschranks in naher Zukunft perfektionieren.
  • Zusätzliche Geräte erkennen
  • Zusätzliche Services auf Basis der disaggregierten Daten anbieten. Ein Beispiel wäre eine automatische Erkennung von Stromfressern auf Basis von Vergleichen zu anderen Haushalten.

Wir hoffen, dass wir euch hiermit das Thema “Disaggregation” näher bringen konnten und ihr nun ein wenig besser versteht, was in eurer App oder besser gesagt dahinter so vor sich geht.

Über Fresh Energy

Fresh Energy ist der erste voll digitale Stromanbieter Deutschlands auf Smart-Meter-Basis. Wir bieten unseren Kunden 100%-Ökostrom, einen kostenlosen Smart Meter und eine intuitive Energy-App. Der Smart Meter misst den gesamten Stromverbrauch und erkennt durch selbstlernende Algorithmen die Verbrauchsmuster einzelner Geräte oder Gerätegruppen. Entsprechend kann der Geräteverbrauch einzeln ausgewiesen und für unsere Kunden als Live-Visualisierung dargestellt werden. Fresh Energy bietet zudem monatliche Abrechnung und es gibt garantiert keine Nachzahlungen – unsere Kunden zahlen monatlich nur das, was sie tatsächlich verbrauchen. So fördert Fresh Energy bewussten Energiekonsum und hilft, Sparpotenziale voll auszuschöpfen.

Mehr Informationen: www.getfresh.energy

Stromfresser identifizieren mit Fresh Energy – hier

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7 Gedanken zu „Was ist eigentlich Disaggregation und wie funktioniert es?“

    1. Hallo Norbert,

      nach circa drei Wochen sollten deine Geräte erkannt werden. Wir erkennen momentan die großen Verbraucher: Kühlschrank, Spülmaschine, Backofen, Waschmaschine, Trockner, Durchlauferhitzer, Beleuchtung und Stand-by. Andere Geräte erkennen wir momentan noch nicht. Sollten die oben genannten Geräte bei dir nicht erkannt werden, schreib uns gerne eine E-Mail an service@getfresh.energy und wir helfen dir gerne weiter!

      Das Fresh Energy Team

  1. Mich würde interessieren wie das in Kombination mit einer Solaranlage/ Batteriespeicher funktioniert, also wenn der Strom nicht komplett von „außen“ kommt.

    1. Hallo Paul,

      grundsätzlich funktioniert Fresh Energy auch für Kunden mit Solaranlage und Batteriespeicher. Du würdest einen Zweirichtungs-Smart Meter eingebaut bekommen, sodass du richtig „gemessen“ wirst. Allerdings ist unsere App für diese Kundengruppe noch nicht wirklich optimiert, da die Produktion in der App nicht visualisiert wird und die Disaggregation dann auch noch nicht wirklich gut funktioniert.

      Von daher: Ja es funktioniert, aber ehrlicherweise hast du dann nur einen sehr eingeschränkten Funktionsumfang. Der wesentliche Vorteil wäre dann die verbrauchsgenaue Abrechnung.

      Viele Grüße

      Das Fresh Energy Team

  2. Ist es denn möglich alle Geräte anzusprechen mit dem Telefon? Ich dachte immer, dass man sie speziell auf einen Hersteller abstimmen muss. Muss man für unterschiedliche Geräte unterschiedlicher Hersteller verschiedene Apps installieren?

    1. Hallo Emmi,

      lieben Dank für deinen Kommentar. Der Hersteller bei der Geräteerkennung ist nicht relevant für die Disaggregation. Hier richtet sich die Erkennung und Messung lediglich nach den Verbrauchsdaten. Ich hoffe das beantwortet deine Frage.

      Viele Grüße

      Das Fresh Energy Team

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