Innovation durch Kollaboration – die Zukunft der Smart Meter Daten

Nicht wie jedes andere Energieevent: Für den ersten fresh&friends Summit luden wir bewusst Gäste aus verschiedenen Branchen ein.

Kollaboration ist die neue Innovation – da waren sich alle Panelteilnehmer der verschiedenen Unternehmen einig. Lesen Sie nun nach, was Matthias Gutschmidt (Bosch Software Innovations), Sergio Barbarino (P&G), Norbert Schmitz (hager group), Fabian Dawin (con|energy), Jana Burdensky (Axa), Heinrich Wienold (VDE) und Till Walter (Die Johanniter) auf dem ersten Panel des Summit besprochen haben. 

Who is Who? Eine kurze Vorstellungsrunde 

Jana Burdensky, Director of Sales bei der Axa-Tochter Alteos, beschäftigt sich mit den Möglichkeiten von Smart Meter Daten, um Kunden auf Basis der Informationen bessere Versicherungsangebote bereitstellen zu können. Heinrich Wienold, Bereichsleiter des VDE, fördert die Innovation in der Elektrotechnik und gehört zu einem der ersten Unterstützer von Fresh Energy. Eine sozialwirtschaftliche Perspektive liefert Till Walter, Leiter Innovationsmanagement bei den Johannitern, dessen Fokus mehr auf der Sicherheit im Haushalt liegt. Besonders interessant sei die Fresh Energy´s Anwendung Fresh Care, die älteren alleinlebenden Personen basierend auf der Analyse des Stromverbrauchs dabei unterstützt, “selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden alt zu werden.”

Matthias Gutschmidt, CPO der Product Group Energy bei Bosch Software Innovations, hat das Ziel alle Bosch Geräte bis 2022 anzubinden. Bosch Software Innovations möchte daraus bessere Erkenntnisse über die Gerätenutzung gewinnen, um den Kunden darauf basierende Mehrwerte bereitzustellen. Für Sergio Barbarino, Research Fellow bei P&G, ist insbesondere Fresh Energy´s automatischer Nachfüllservice für Verbrauchsgüter “refresh” interessant. In seinem Unternehmen liefe gerade das Experiment, dass aus Fixed Subscription, also ein festes Abonnement an Gebrauchsgütern mit Lieferung nach Hause, ein konstanterer Gebrauch und eine größere Loyalität zum Produkt resultiert.

An welchen Projekten wird aktuell gearbeitet? 

Matthias Gutschmidt (Bosch Software Innovations): “Wir haben uns mit Developern darauf fokussiert, ein Backend System zu bauen, das sich problemlos in Fremdsysteme integrieren lässt und offene Schnittstellen hat.” 

Jana Burdensky (Axa): “Wir wollen hin zum gezielten Anbieten der passenden Versicherung für unseren Kunden. Dafür müssen wir das Bedürfnis des Kunden besser verstehen, auch, wo die “Schmerzpunkte” liegen. Im Fall der Hausratversicherung sind für uns natürlich Smart Meter Daten besonders interessant. Aus diesem Grund haben wir auch die Gespräche mit Fresh Energy begonnen.”

Was sind die größten Herausforderungen innerhalb der Umsetzung von Smart Meter Mehrwerten auf dem Markt? 

Norbert Schmitz (hager group): “Die Bauraum-Beschränkungen. Es stellt sich die Frage: Wie versorgt man das Modul mit Strom, um die Datenrate zu erzeugen, die es für die Datennutzung braucht? Eigentlich trivial, aber durchaus problematisch in der Umsetzung. Weitere Komplikation sind auch die Richtlinien zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die auch  eingehalten werden müssen.”

Fabian Dawin (con|energy): “Wir sehen drei Themen als herausfordernd: der Kunde, der Markt und die Umsetzung. Das kontinuierliche und bessere Verstehen des Kunden ist sehr wichtig. Ein Beispiel: die Thematik der Stromdatenvisualisierung ist ja nicht neu, nur hat Fresh Energy sie mit Preisdaten verbunden, was es für den Kunden attraktiver gemacht hat, als vorher.”

Heinrich Wienold (vde): “Aus meiner Sicht ist der Preis die größte Blockade für massenhaften Smart Meter Rollout.Der Smart Meter ist deutlich teurer als die Ferraris-Zähler, die schwarzen Kästen mit Drehscheiben. Bei der Smart Meter Alternative kommen auf den Stromanbieter deutlich höhere Kosten zu, auch weil die Installation teurer ist. Wenn die Mehrwerte aber stimmen, schreckt auch der Kunde nicht vor höheren Grundpreisen zurück.”

Fraglich ist auch, ob die über 400 deutschen Stromversorger schon so innovativ sind zu erkennen, “wo der Zug hinfährt”.  Datenschutz und Cybersecurity sehe ich noch als eine gewisse Hürde, die wir in den Griff bekommen sollten.”

Zusammenarbeit der Branchen wurde nicht als Herausforderung genannt – funktioniert diese etwa schon gut?

Heinrich Wienold (VDE) : Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend. Wir haben nur das Problem der Segmentierung des Marktes in der Energieversorgung. Wir haben einen Vertrieb, der mit dem Netzbetreiber eigentlich nicht kommunizieren sollte. Der Netzbetreiber wiederum soll das Minimum, das das Gesetz fordert, erfüllen. Das wäre nur ein Zähler, der einen Display hat und sonst nichts. Gleichzeitig muss der Vertrieb interessante Produkte anbieten, die sich noch rechnen sollen. Getoppt wird das von der Problematik, dass wir kaum erneuerbare Energien anbieten können dadurch, dass die Netzentgelte so hoch sind.” 

Fabian Dawin (con| energy): Es muss jedes Mal auch entschieden werden, wie viele Partner man an Bord holt. Mit der Anzahl der Partner mit jeweiligen  Anwendungen addiert sich auch die Komplexität. 

Norbert Schmitz (Hager Group): Es ist ein fester Teil der Innovationsabteilung, dass wir verstanden haben, dass eine ganzheitliche Lösung relevanter ist. Deshalb stehen wir Kooperationen sehr offen gegenüber. 

Sergio Barbarino, P&G: “Wir von P&G setzen auf Proper Delivery, nicht auf Quick-Delivery. Die einzigen Produkte, die eine Quick-Delivery brauchen sind lebensrettende Medikamente und Pizza.” (lacht) “Mit dem ´refresh´ Service von Fresh Energy testen wir aktuell die verbrauchsgenaue Lieferung von Spülmaschinentabs. Genau deshalb ist uns die Kooperation mit Fresh Energy besonders wichtig, wenn es um das genaue interpretieren von Stromverbrauchsdaten geht.”

Matthias Gutschmidt (Bosch Software Innovations): “Die besten Lösungen, die wir je entwickelt haben, waren in Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Man muss bei Partnerschaften nur genau analysieren, wie häufig der Euro geteilt wird”. Ansonsten steht einer Partnerschaft nichts im Wege.”

Was ist für Sie der nächste Use Case, der kommen wird? 

Heinrich Wienold (VDE): “Das Thema Sicherheit im Haushalt stellt sich für mich in den Vordergrund. Daten zu ungewöhnlicher Nutzung von Haushaltsgeräten sind besonders interessant. Beispielsweise, wenn Herdplatten zu ungewöhnlicher Uhrzeit an gehen, könnte diese Warnung mit einer Gebäudebrandschutz Versicherung einhergehen. Solche Smart Meter Daten könnten jetzt schon ausgewertet werden.”

Jana Burdensky (Axa): “Auf Basis von Smart Meter Daten könnten Hausratversicherungen zu Gunsten des Kunden angepasst werden. Die Daten könnten eine bessere Prognosebasis liefern. Beispielsweise kann bei einem Haushalt mit einer alleinerziehenden Mutter und Kleinkindern, die viel Daheim sind, eine geringe Einbruchsrate prognostiziert werden. Für Versicherungen wird es auch interessant, wenn aus den Daten ersichtlich wird, dass ein neues Haushaltsgerät angeschafft wurde. Dafür kann direkt ein angepasstes Angebot gesendet werden. Solche Datenpunkte sind für Versicherungen normalerweise nicht ersichtlich. 

Matthias Gutschmidt (Bosch Software Innovations): Konnektivität, IoT und Nachfüllservices wie refresh werden zusammen mit Predictive Maintenance ein großes Thema werden, da es den Komfort des Kunden anspricht.

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